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Zwinger vom Strithorst, Mecklenburg spezial

 

Glatt oder rau oder was ???          Hauptsache Kromi ... und gesund.  

 

So fing alles an:

Meine erste Hündin, Anja vom Markenrain, wurde nicht offiziell zur Zucht eingesetzt, die Kinder machten noch genug Arbeit. Sie war rau und ist für mich immer noch das Maß aller Dinge. Es gab einen unbeabsichtigten Wurf mit Basco aus der Nachbarschaft und später noch einen Wurf mit dem gekörten Kromfohrländer Fausto vom Weddern, gennant vom Storchennest. So konnte ich erste Erfahrungen in der Hundeaufzucht gewinnen.

Kodans Bella, Betsy, kam aus Dänemark zu uns, unbesehen. Da gab es kein Aussuchen mehr und wir waren froh, kurzfristig wieder einen Kromi zu haben. Dass sie die Stammmutter unseres Zwingers werden sollte, war 1999 gar nicht angedacht.

Die Kinder erwachsen und unendlich Raum im neuen Domizil in Mecklenburg ließen die Idee zur Zucht wachsen. 2002 kam der erste Wurf, Betsy machte mir alles sehr leicht. Sie ist eine unkomplizierte Mutter und ist nun nach 28 Welpen verdient im Ruhestand.

Der Verlockung war zu groß und so blieb Amanda aus dem ersten Wurf vom Strihorst bei uns. Es war wieder ein Glückgriff und mir wurde erst im nachhinein klar, mit wie viel glücklicher Intuition ich alles richtig gewählt hatte. Mit diesem Duo begann die eigentlich Zucht vom Strithorst.

Die Zucht: Als Züchter trägt man viel Verantwortung, aber man kann endlich nur nach bestem Wissen und Gewissen handeln. Also gibt es vor jedem neuen Wurf Wochen des Grübelns, des Vergleichens und Sinnens. Welcher Rüde soll es werden ? Wenn man mal von den Befindlichkeiten mancher Rüdenhalter absieht, denen es nur wichtig ist, dass ihr Hund die Nummer Eins auf der Liste ist, gibt es doch die unterschiedlichsten Auswahlkriterien.

Will man durch die ganze Republik sausen mit einer läufigen Hündin, wenn zu Hause die Heuernte ansteht ?

Ist der niedrigste Epiwert und der geringste Inzuchtwert das Wichtigste, unabhängig vom Aussehen und Charakter ?

Sollte es ein Rüde mit besonders schönem Fellkleid werden oder sind die freundlichsten Rüdenbesitzer Ausschlag gebend?

Dann kam vor längerem die Diskussion auf, eine fremde Rasse einzukreuzen. Gäbe es da eine Wunschrasse, die gut zum Kromi passt ? Was wäre an den Kromis zu verbessern und was würde ich selbst machen ? Ist es denn schon so schlimm um die genetische Vielfalt der Rasse bestellt?

Die Glatten:

Da die Auswahl nicht verwandter Rüden hier im Norden sehr überschaubar ist und es ja sinnvoll ist den Ersatzrüden in erreichbarer Nähe zu haben, fiel mein Blick immer wieder auf die Glatthaarigen. Auf Nachfrage wurde mir bestätigt, das die „Mischung“ von Rau und Glatt im Prinzip nicht verboten ist. Also prima, nicht verboten ist erlaubt ! Betsy hatte im A und B- Wurf schon glatthaarige Welpen, Amanda also glatthaarige Geschwister.

2008 wurde der Aiko vom Wanderuper Ring genehmigt ... und hat das Rennen gemacht. Amanda brachte acht muntere Kromis zur Welt. So ein Wurf ist schon spannend, aber dieser war es besonders. Jeden Tag wurden die Kleinen beäugt, mit Lupe wurden Barthaare gesucht. Da es sechs Hündinnen im Wurf gab und meine beiden Damen ja auch schon in die Jahre gekommen waren, haben wir uns für eine weiter Hündin entschieden. Ausschlaggebend war hier nicht das Aussehen, sondern die Harmonie mit Großmutter und Mutter. Bleiben durfte Ginny und so sind es nun drei Kromis, zweimal rau und einmal glatt. Betsy und Amanda sind nun „Rente“ und Ginny setzt die Zucht fortsetzen. Es wir hier sicher wieder raue Welpen geben, denn ich glaube fest: die Mischung macht´s !

Rau oder glatt, richtig „gemischt“?

 

Ich weiß, dass ich mir hier den Zorn einiger Züchter zuziehe, aber ich fühle mich hier in den Mecklenburger Bergen unabhängig und weit genug entfernt genug.

Mancher erinnert noch aus dem Biologieunterricht die Mendelschen Gesetze. Diese sollte man mal rauskramen, wenn man die großen Vorteile dieser Anpaarungen für sich nutzen möchte. Ein leicht erkennbares Beispiel ist die Fellform.

Es hat jeder Hund zwei Gene, die die Fellart bestimmen. Glatt (G) oder Rau (R)

Das Rauhaargen ist dominant, was bedeutet, dass es die Erscheinung bestimmt, wenn der Hund beide Gene hat.

 

Bei den Glatten gibt es dann noch eine zuchttechnische Unterteilung in kurz-(k) oder langhaarige (l) Varitäten.

Hier dominiert das Gen für Kurzhaar. Diese ist sicher auch bei den Rauhaarigen vorhanden, wird aber in der Zucht nicht besonders hervorgehoben.

 

In der Realität ist das Erscheinungsbild unserer Kromis noch viel bunter. Wo hört Kurz auf und fängt Lang an? Rau und Glatt, sind wenige Barthaare schon alles? Warum haben manche Raue seidiges Fell ? Meine „Mischversuche“ haben mir viel Erkenntnisse gegeben, kramen Sie mal in der Ahnengalerie ihres Hundes. Das ist hoch spannend und aufschlussreich für die Zucht.

 

 

Was heißt das in der Praxis?

 

Rauhaarige Kromis können entweder  (R) (R) oder  (R) (G)   besitzen

 

Glatthaarige Kromis sind immer (G) (G)

 

Unterscheiden sich aber in der Haarlänge :

Langhaarige sind immer              (G l) (G l) 

Kurzhaarige :                            (G l) (G k)  oder (G k) (G k) 

 

Meine Beispiel:

1)

Amanda vom Strithorst ist rau mittellang (G) (R) und der Rüde Aiko vom Wanderuper Ring, glatt lang (G l) (G l)

 

Die Welpen:              Ginny   glatt-lang                      (G l) (G l)

Galina     glatt lang                  (G l) (G l)

Gloria   glatt.kurz                      (G l) (G k)  oder (G k) (G k) 

Ghina        glatt kurz                 (G l) (G k)  oder (G k) (G k) 

Gesina      glatt kurz                 (G l) (G k)  oder (G k) (G k) 

Ginger       rau (mittel)             (R) (G)  dazu (k)(l)   

Gismo       rau (lang)               (R) (G)  dazu (l)(l)

Gordon  glatt lang                  (G l) (G l)

 

Frage: Welche Gene hat also meine Amanda ?

Einmal muss es (G) sein, sonst gäbe es keine glatthaarigen Nachkommen.

Sie muss auch Trägerin der langen Haare sein, sonst könnte es keine glatt-langen geben, wenn dieses Gen ebenfalls dominat ist.

 

2)

Der nächste Wurf mit Glenn vom Katenbach ergab folgende Nachzucht:

                        Hella                rau lang            (R) (G)  dazu (l)(l)

                        Henry               rau mittel    (R) (G)  dazu eher (k)(l)

                        Hannes             rau lang            (R) (G)  dazu (l)(l)

                        Hardy              rau kurz            (R) (G)  dazu (k)(l)

 

3)

Nun kam der I-Wurf vom Strithorst

Mutter Ginny vom Strithorst:              glatt lang      (G l) (G l)

Vater: Arik von der kleinen Höhe:   rau lang      ( Rl) ( R? )

Die Nachucht:

                        Inka

                        Ines

                        Ina

                        Isabella

Ikarus

Idefix

Ivo

 

Und ??? Alle sind mittelang und rau, echte Bilderbuchkromis wie von der ersten Stunde.

Genetisch scheint da wieder alles drin. Und nun ? Kein Welpe wird langhaarig, aber da ist wieder alles drin !

 

Hat sich ja neben der Fellform noch anderes nach altem Bild zusammengefunden? Ich wünschte mir mehr Mut und Offenheit der Züchter und erweiterten den Blick. Nutzen wir doch erst einmal die Vielfalt der in der Rasse vorhandenen Vererbungsmerkmale.  Die Gene sind ja nur ein Teil „der Miete“, es spielen so viele andere Faktoren eine Rolle wie Aufzucht, Haltung und Ernährung. Diese Erfahrungen sind nach neueren Erkenntnissen ebenfalls vererbbar!

 

Die Konsequenzen der Einkreuzung anderer Rassen ist noch lange nicht ausreichend durchdacht und mit unüberschaubaren Risiken verbunden, vielleicht treiben wir da mit dem Teufel den Belzebub aus.

Wissen wir, welche neuen Gene für die Haartracht hinzukämen? Es wird auch große Probleme mit der Scheckung geben. Noch ist sie allen Kromis eigen, was nicht bedeutet, das sie dominant ist. Bei einer Liebesanpaarung meine Anja vor vielen Jahren waren auch einfarbige Welpen vorhanden. Und was das bedeutet, kann ich aus der Scheckenzucht bei meinen Ponys berichten. Dort ist die Reinerbigkeit (beide Gene bunt) in der Zwischenzeit labormäßig belegbar, aber die Verteilung entspricht bei weitem nicht der rechnerisch zu erwartenden Größenordnung.

Die Einkreuzungsversuche werden nette Mischlingshunde ergeben, aber eben sicher keine Kromfohrländer mehr !